Wolfgang Borchert: Das Werk

Das Gesamtwerk

Borcherts gesamte Veröffentlichungen auf knapp 350 Seiten:
  • "Laterne, Nacht und Sterne" (Gedichte um Hamburg)
  • "Die Hundeblume" (Erzählungen aus unseren Tagen):
    • "Die Ausgelieferten"
    • "Unterwegs"
    • "Stadt, Stadt: Mutter zwischen Himmel und Erde"
  • "Draußen vor der Tür"
  • "An diesem Dienstag" (Neunzehn Geschichten)
    • "Im Schnee, im sauberen Schnee"
    • "Und keiner weiß wohin"
  • Nachgelassene Gedichte
  • Nachgelassene Erzählungen

Draußen vor der Tür
Drama und ausgewählte Erzählungen

"Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will" und das doch den Weg vom Radiohörspiel zur Uraufführung am Abend nach Borcherts Tod über alle deutschen Bühnen zu einem bahnbrechenden Theaterstück der deutschen Nachkriegsgeschichte fand, verfilmt von Wolfgang Liebeneiner ("Liebe 47") und noch heute von vielen Regisseuren in seiner unvergänglichen Aktualität wiederentdeckt.
Daneben finden sich eine Handvoll ausgewählter Kurzgeschichten und Prosastücke in diesem Band, die klassische Lesebuchauswahl sozusagen. Und doch sollte jeder Leser, der den kompletten Borchert kennenlernen und erleben will, zum auch als Taschenbuchausgabe erhältlichen "Gesamtwerk" greifen. Zu viele Perlen aus Borcherts Prosa müßte er sonst vermissen.

Die traurigen Geranien
und andere Geschichten aus dem Nachlaß

Überraschend nach der Veröffentlichung des Gesamtwerks im Nachlaß entdeckt, zeigen die 18 Kurzgeschichten dieses Bandes einen gereiften Borchert, nicht länger unter dem Bann der Kriegserinnerungen stehend, ein leiser, sensibler Beobachter der kleinen Katastrophen des Alltags, einen auch formalen Meister der Gattung Kurzgeschichte, der mit knappsten Worten zu bewegen und zu erschüttern vermag. Ein besonderes Juwel ist die letzte Geschichte des Bandes, "Die Professoren wissen auch nix", eine anrührende Selbstbespiegelung des todkranken Künstlers.
Ein Band der ahnen läßt, wieviel mehr Wolfgang Borchert war, als die plakative Etikettierung als Ankläger, als Nein-Sager, als Dichter des Aufschreis uns glauben machen soll, und wie unermeßlich sein früher Verlust für die Literatur und alle Literaturliebhaber.

Allein mit meinem Schatten und dem Mond

In Borcherts gesammelten Briefen werden die Leser Zeuge der Wandlung eines lebenslustigen jungen Mannes mit dem großen Lebenstraum, Theater zu spielen zu den verschlüsselten und überwachten Botschaften von der Front, Briefen aus dem Gefängnis bis zu den Zeugnissen eines todkranken Dichters, der sich seine Geschichten zwischen Fieberattacken und körperlichen Zusammenbrüchen abringen muß.
Ob eine Herausgabe der gesammelten schriftlichen Dokumenten eines Schriftstellers wirklich not tut und im Sinne des Verfasser sind, der sich ja in seinem Werk der Welt offenbarte und auszudrücken versuchte, ist sicher zweifelhaft. Zwangsläufig können die Briefe nicht an die Komposition der Prosa heranreichen. Interessant sicher, das sind sie trotzdem, für jeden, dem dieser ungewöhnliche Autor und Mensch noch immer viel bedeutet.

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